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Der neue Kräutergarten – aktivierende Pflege in der Praxis

Mit dem Frühling ergrünten nicht nur Bäume, Sträucher und Büsche, sondern auch der neue Kräutergarten vor unserem Pflegeheim in Glaubitz. Zusammen mit dem Betreuerteam haben die Bewohner die Pflanzkästen mit frischer Erde befüllt und zahlreiche Kräuterpflanzen eingesetzt. Nun wachsen seit kurzem auf mehrere Etagen verteilt krause Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut, Thymian und Pfefferminze. Weitere Pflanzen sollen bald noch dazukommen.

Zusätzliches Angebot zur Aktivierung der Bewohner

Der Kräutergarten soll aber nicht nur das ohnehin schon saftig grüne Umfeld des Pflegeheims bereichern, sondern dient vor allem einem pflegerischen Zweck. Das Pflege- und Betreuungskonzept der Schlossresidenz Glaubitz garantiert einerseits seinen Bewohnern einen strukturierten Tagesablauf. Anderseits sollen aber auch die körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte der Bewohner mit vielfältigen, aktivierenden Angeboten erhalten und gefördert werden. So können, trotz körperlicher oder geistiger Einschränkungen, die Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen erhalten werden (siehe auch unser Pflegeleitbild). Und hier fügt sich der neue Kräutergarten perfekt ein.

Kräuter bieten viele Möglichkeiten, die Sinne eines Menschen anzusprechen

Viele hochbetagte Personen leiden an einer Einschränkung ihrer Sinneswahrnehmung. Doch durch einzelne Reize kann die Körperwahrnehmung gezielt angesprochen und wieder gestärkt werden. Hier kommen die selbst gepflanzten und verarbeiteten Kräuter ins Spiel: Das Einpflanzen, das Befühlen der Blätter, das Schneiden, der Duft der ätherischen Öle und letztlich der Geschmack sprechen jeweils unterschiedliche Sinne des Menschen an. Unsere Pflege- und Betreuungskräfte sprechen hierbei von basaler Stimulation.

Eine Pfefferminzepflanze im neuen Kräutergarten des Pflegheimes
Frische Pfefferminze eignet sich perfekt für die Zubereitung kalter und heißer Getränke

Oft ist dabei weniger mehr: Die Stimulation mit einem einzelnen Reiz oder das Ausführen einer einfachen Bewegung über eine Dauer von nur zehn Minuten genügt oft schon, um den gewünschten Effekt auszulösen. Mit dem Schneiden der Kräuter wird zum Beispiel bewusst das Langzeitgedächtnis angesprochen (hier durch eine Tätigkeit in der Küche, die die Bewohner früher selbst regelmäßig ausgeführt haben). Denn das Langzeitgedächtnis arbeitet oft noch besser als das Kurzzeitgedächtnis.

Die frischen Kräuter sind so beliebt, dass ihnen kaum Zeit zum Nachwachsen bleibt

Die Bedingungen für die Pflanzen sind gut: direkt vor der Schlossresidenz haben sie viel Licht und werden regelmäßig gegossen. Trotzdem kommen die Kräuterpflanzen kaum damit nach, neue aromatische Triebe zu bilden, so oft werden sie abgeerntet und durch die Bewohner des Pflegeheims weiterverarbeitet. Nicht zuletzt sind die frischen Kräuter auch dafür bestimmt, um den Mahlzeiten der hauseigenen Schlossküche geschmacklich noch den allerletzten Schliff zu verleihen.